Ratgeber
Digitale Hochzeitseinladung: was hineingehört und wann sie raus muss
Immer mehr Paare laden digital zur Hochzeit ein. Nicht, weil es billiger ist, sondern weil die Gäste ohnehin auf dem Handy leben: Die Einladung kommt per WhatsApp, die Zusage mit einem Tipp, und niemand muss eine Antwortkarte zur Post bringen. Damit sich das trotzdem nach Hochzeit anfühlt, kommt es auf ein paar Dinge an.
Ist eine digitale Hochzeitseinladung stilvoll?
Sie ist so stilvoll wie ihre Gestaltung. Ein PDF im Anhang oder ein Foto der Karte im Chat wirkt schnell wie eine Notlösung. Eine Einladung, die aussieht wie Papier, im Umschlag kommt und sich öffnet, wirkt dagegen wie ein Brief, nur eben auf dem Handy.
Wichtig ist der Ton. Eine Hochzeitseinladung ist kein Rundschreiben: Sprecht eure Gäste mit Namen an und schickt den Link an jeden Gast oder jede Familie einzeln, nicht nur in die große Gruppe. Mit der Öffnung „Adressiert“ steht der Name des Gastes sogar auf dem Umschlag.
Was auf die Hochzeitseinladung gehört
Auf die Karte selbst gehört nur das Wesentliche. Alles Weitere steht darunter, wo es Platz hat, ohne die Karte zu überladen.
- Eure Namen, so wie ihr angesprochen werden wollt
- Datum und Uhrzeit, bei mehreren Teilen (Trauung, Empfang, Feier) jeweils mit Uhrzeit
- Der Ort mit Adresse, am besten mit Karte zum Antippen
- Bis wann ihr eine Antwort braucht
- Der Ablauf des Tages, Anreise und Parken
- Ein Dresscode, falls es einen gibt
- Übernachtung für Gäste von weiter her
- Ein freundlicher Satz zu Geschenken, zum Beispiel ein Beitrag zur Hochzeitsreise
Wann verschickt man die Hochzeitseinladung?
Die Faustregel: Save the Date sechs bis zwölf Monate vorher, die Einladung drei bis vier Monate vorher. Bei Hochzeiten im Ausland oder in den Sommerferien darf es früher sein, weil Gäste Flüge und Urlaub planen müssen.
Die Antwortfrist legt ihr etwa sechs Wochen vor die Hochzeit. Dann bleibt genug Zeit für Caterer, Sitzplan und eine Erinnerung an alle, die noch nicht geantwortet haben.
Antworten sammeln, ohne hinterherzutelefonieren
Der größte Vorteil einer digitalen Einladung zeigt sich nach dem Verschicken. Die Gäste sagen mit einem Tipp zu oder ab, nennen, wer mitkommt, und geben Essenswünsche an, zum Beispiel vegetarisch, vegan oder halal. Ihr seht alles an einem Ort, statt Antworten aus Chats, Anrufen und Zetteln zusammenzusuchen.
Wer bis kurz vor der Frist nicht geantwortet hat, bekommt eine Erinnerung. Das ist freundlicher als ein Anruf und spart euch in den letzten Wochen vor der Hochzeit viele Nachrichten.
Und die Großeltern ohne Smartphone?
Fast jede Familie hat jemanden, der keine Links öffnet. Schickt die Einladung an Kinder oder Enkel, die sie zeigen und für die ganze Familie antworten, denn eine Antwort kann mehrere Personen tragen. Wer der Oma trotzdem etwas in die Hand geben möchte, druckt ein Bild der Karte aus und steckt es in einen echten Umschlag.
Mehrere Feiern, mehrere Einladungen
Viele Paare feiern nicht nur einen Tag: Polterabend, Standesamt und Hochzeitsfeier, bei türkischen Hochzeiten oft Kına, Nikah und Düğün. Am klarsten ist eine eigene Einladung je Feier, jede mit eigenem Link und eigener Antwortliste. So wissen die Gäste genau, wozu sie zusagen, und ihr wisst, wer wann kommt.